Zwischen Start und Ziel - Zeit, Wahrheit und Wirklichkeit
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Gestern und Heute und Morgen - immer wieder versuchen wir uns daran, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft zu vergleichen, und damit wohl auch zu erklären. Aber nicht immer sind wir mit unseren oft bescheidenen Ergebnissen zufrieden. Insbesondere die Zukunft lässt sich noch nicht fassen und es gibt einfach zu viele Unbekannte, um über das, was irgendwann sein wird, eine verlässliche Vorhersage abzugeben. Man gibt Prognosen ab und schätzt, und irgendwie liegen wir damit immer wieder falsch und wundern uns, dass es am Ende ganz anders kommt, als wir es erwartet und erhofft haben.
Und auch die Vergangenheit macht es uns nicht immer einfach, denn über zu vieles von dem, was einst gewesen war, hat sich bereits ein immer dichter Nebel gelegt, der noch dazu immer dichter zu werden scheint. Im Laufe der Zeit ist so einiges passiert, und immer wieder haben sich die Ereignisse überschlagen und nicht viel von dem übrig gelassen, was gewesen ist. Oft wollen wir selber auch gar nicht so viel wissen von unserer eigenen Vergangenheit, könnte sie uns doch beschämen oder schockieren, und wir sind froh, wenn wir das Gewesene verstecken und verbergen können.
Mit der Gegenwart ist es dann auch so eine Sache. Irgendwie scheint es bei all dem, was um uns herum geschieht, eine ganze Menge an Spielraum für Interpretationen zu geben. Schwarz ist nicht immer Schwarz und Weiß ist auch nicht immer Weiß - manchmal ist es plötzlich genau andersrum und man fragt sich, ob man seiner eigenen Wahrnehmung noch trauen kann.
Fakten sind auf einmal auslegbar, und werden gebogen und verborgen, dass es selbst denen, die aufpassen und bewusst durchs Leben gehen, schwer fällt, sie richtig einzuordnen. Wenn die Lüge institutionalisiert wird, verlieren alle Wahrheiten an Wert. Und man beginnt alles so auszulegen, wie es am besten in die eigene Agenda und das eigene Weltbild passt. Es scheint, als gebe es kein Richtig und kein Falsch mehr, denn alles lässt sich irgendwie behaupten und rechtfertigen.
Und trotzdem sollte man bei all dem nicht die Orientierung und vor allem auch nicht den eigenen moralischen Kompass verlieren. Die Gegenwart mag zwar manchmal verstörend sein, aber unsere Welt ist noch nicht verloren. Ganz im Gegenteil, unsere Zukunft ist noch lange nicht geschrieben, und das Buch, in dem über unser Morgen erzählt wird, hat noch unendlich viele leere Seiten, die erst noch geschrieben werden wollen. Und es ist an uns, diese Seiten mit Inhalt zu füllen. Und es ist auch an uns, wie dieser Inhalt einmal wahrgenommen wird, denn auch unsere Gegenwart wird einmal Vergangenheit. Und manchmal geht das viel schneller, als wir jetzt in genau diesem Moment denken...
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